Spätestens seit dem Start von Facebook Home ist der Social-Media-Gigant, um den es in der letzten Zeit eher still geworden ist, wieder in aller Munde und auf vielen Home-Screens der Smarthphone Besitzer. Ich selbst habe ja auch in den letzten Tagen ausgiebig über die neuen Home-Funktionen berichtet. Bei dem neuerlichen Facebook-Hype wird es mal Zeit, etwas hinter die Kulissen des Konzerns zu schauen! Denn die interessante Frage ist: Warum möchte Facebook seine Position auf den Smartphones ausbauen und sogar einen Platz auf den Home-Screens einnehmen?

Geld regiert die Welt – und Facebook!
Die Antwort ist einfach und simpel: Facebook will weitere finanzielle Gewinne erwirtschaften. Denn via Facebook-Home könnten in der Zukunft weitere Werbeplätze erst an Firmen vermietet und dann beim Endanwender platziert werden. Das spült weitere Millionen in die Konzernkassen. Aktuell wird Facebook von Millionen benutzt, allerdings nur wenige generieren einen finanziellen Umsatz für Mr. Zuckerberg. Sehr zum Unmut der Werbepartner, die teure Werbeplätze auf Facebook eingekauft haben. Spätestens seitdem General Motors 2012 als Werbepartner bei Facebook abgesprungen ist, ist kein Geheimnis mehr, das Werbeplätze auf Facebook zwar schön anzusehen sind, aber im Endeffekt nicht viel bringen.

Werbepartner springen ab
Zur Erinnerung: 2012 gab Autokonzern GM in einer Pressemeldung bekannt, künftig keine Werbung mehr auf Facebook zu kaufen und zu schalten. Es sei kein Kundengewinn durch die Werbung auf der Social-Media-Plattform festzustellen, so GM. Mal kurz nachdenken: Ich chatte auf Facebook mit meinen Freunden und schaue mir Urlaubsfotos vom letzten Jahr an. Denke ich da gezielt an einen Autokauf? Nein. Würde ich mich über ein Auto auf Facebook informieren? Eher nicht. Also was soll die Werbung? Ein logischer Schritt also, dass GM seine Geschäftsbeziehung mit Facebook letztes Jahr beendet hat. Denn Geld für Werbung kann man sicher auch anderweitig sinnlos verbrennen.

Der Motor der Wirtschaft: Geld
Fakt ist jedoch: Facebook ist nicht die Wohlfahrt. Irgendwie muss der Konzern Geld verdienen, damit der Dienst weiter fortgeführt werden kann. Schließlich muss das nächste Gehalt, die nächste Yacht und der nächste Sportwagen von Mr. Zuckerberg ja bezahlt werden. Scherz. Natürlich werden von den eingenommenen Geldern auch die laufenden Server bezahlt und auch stetig erweitert und die Programmierer, die neue Funktion umsetzen, wollen auch entlohnt werden. Doch Werbung scheint ja nicht das erhoffte Wundermittel zu sein, womit man alle offenen Rechnungen begleichen kann.

Woher nehmen wenn nicht stehlen?
Facebook muss neue Wege gehen, um sich künftig zu finanzieren. Dabei machen es doch viele andere Unternehmen, wie etwa Apple, geradezu vor. Man braucht nur einmal einen Blick in den App-Store zu werfen: Dort zählen zu den umsatzstärksten Apps nicht etwa kostenpflichtige, teure Apps. Kostenlose Apps und Spiele, wie etwa Die Simpsons: Springfield stehen an der Spitze der umsatzstärksten Apps. Wie das funktioniert, wenn die Apps doch kostenlos sind? Die Grundfunktionen sind kostenlos, richtig, aber es gibt noch weitere Komfortfunktionen und Gegenstände, die man mittels InApp-Käufe erwerben kann. Und bei diesen kleinen Summen, den Micropayments, schlagen Nutzer viel häufiger zu, als wenn es um große Summen jenseits der 5 Euro-Grenze geht.

Facebook muss lernen
Doch statt auf das bewährte Micropayments-InApp-Prinzip zu setzen, geht Facebook andere Wege. Zumindest in England. Denn dort gibt es die ersten Facebook-Spiele, bei denen man um echtes Geld zocken kann. Bingo heißt der Volkssport, den Briten jetzt auch auf Facebook ausüben können. Mit Erfolg, denn weitere Pocket-Games wie BlackJack, Roulette und Poker sind bereits als nächstes Echtgeld-Projekt im Gespräch! Natürlich steckt sich Facebook bei jedem gemachten Spiel ein paar Cent in die eigene Tasche und erwirtschaftet dadurch weitere Gewinne. Ob wir diese Art der Facebook-Spiele jemals auf der deutschen Facebook-Seite sehen werden ist jedoch äußerst fraglich. Schließlich ist das öffentlich zugängliche Glücksspiel in Deutschland verboten. Oder Facebook wird demnächst nur noch ab 18 Jahren nutzbar sein. Das ist aber ebenso eher unwahrscheinlich.